Frauen-Union Südbaden

Bezirksvorstandssitzung

mit der Elterninitiative Mother Hood

Mother Hood, ist eine Elterninitiative, die sich für das Recht auf eine stressfreie und gesunde Schwangerschaft, eine sichere und selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes und ein gesundes Aufwachsen der Kinder im 1. Lebensjahr einsetzt. Kirsten Pieper, Journalistin beim Offenburger Tageblatt in Elternzeit, hat im Januar dieses Jahres die Regionalgruppe Offenburg/Ortenau gegründet.
Auf Bundesebene existiert Mother Hood seit März 2015.Sie engagiert sich in der Regionalgruppe, weil sie persönlich auf die Geburt ihrer inzwischen 15 Monate alten Tochter positiv zurückblicken kann, da sie keinerlei medizinische Interventionen erleben musste. Damit war sie die Einzige in ihrem Umfeld. Nur 5% der Frauen gebären ohne Intervention.
Die Rate von Kaiserschnitten liegt in Deutschland bei 32%, obwohl Kaiserschnitte erhebliche gesundheitliche Risiken und psychische Folgen bergen können. Sie werden doppelt so hoch vergütet, wie natürliche Geburten. Noch besser werden Notkaiserschnitte bezahlt. Kaiserschnitte dauern nur 20 Minuten und sind für die Ärzte leichter zu terminieren, als die natürliche Geburt, die Stunden dauern kann.
„Es wird immer schwieriger, Hebammen zu finden. Widrige Berufsbedingungen, schlechte Bezahlung (23 € für den Besuch einer Frau), exorbitante Haftpflichtprämien für freiberuflich tätige Hebammen (über 6000 € / Jahr) führen zu einem dramatischen Mangel an Hebammen“, so Pieper.
Jede 7. Frau ist bei der Wochenbettbetreuung allein. Kreißsäle werden zunehmend geschlossen (31 bundesweit), wodurch weitere Anfahrten zur Geburtsstätte notwendig werden. Dies führt zu Stresssituationen, in denen der Adrenalinspiegel der Gebärenden ansteigen kann, was zum Einsetzten der Wehen und dem Beginn der Interventionsspirale führen kann.
Mother Hood appelliert an die Politik, Frauen, Kinder und Familien nicht allein zu lassen und die Geburt wieder zu dem zu machen, was sie ist: Ein natürlicher Vorgang.
Die südbadische Bundesabgeordnete Kordula Kovac hat zum Thema „Hebammenmangel“ bereits einen runden Tisch des Ortenaukreises mit Vertretern aus der Politik, dem Gesundheitsamt, dem Ortenau-Klinikum, der AOK und dem Genossenschaftsverband sowie mit Eltern und Hebammen initiiert.
„Wichtig ist u.a. die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung mit Hebammen im ländlichen Raum“, so Kovac.
Es soll ein Konzept erarbeitet werden, welches die Problemsituation beschreibt und zukünftige Handlungsfelder inklusive möglicher Pilotprojekte für Vorsorge, Nachsorge und frühe Hilfen im Ortenaukreis aufzeigt.
„Eine Geburt darf nicht unter dem Gesichtspunkt des Profits gesehen werden “, so die Bezirksvorsitzende der FU Südbaden Helga Gund, „dabei geht es um mehr, nämlich um das Wohl von Mutter und Kind.“
„Eine interventionsfreie, natürliche Geburt, die trotz ihres Betreuungsaufwandes bisher zu wenig in die Kassen der Krankenhäuser spült, muss deshalb finanziell mit den Kosten der medizinischen Interventionen , gleichgestellt werden“, so die Forderung der FU Südbaden.
„Die häusliche Wochenbettbetreuung muss durch die freie Wahl einer Hebamme gewährleistet werden. Für alle Gesundheitsberufe sollten Haftungsfonds eingerichtet werden. Pluskwik/Gund