Frauen-Union Südbaden

Stehen am Kaiserstuhl in ein paar Jahren Mandel- und Olivenbäume statt Weinreben?

„Überlegungen dazu sind da“, erklärte Udo Beck, Ortsvorsteher und CDU Ortsvorsitzender aber auch Winzer der FU Südbaden bei ihrem Besuch in der Weinregion Vogtsburg in Oberbergen.
„Auch in den fünfziger Jahren hat es einen Wechsel am Kaiserstuhl vom Kirschbau, Weinbau und der Landwirtschaft zum reinen Weinbau gegeben.“
Alle drei hatten ihre Erntehochzeit zur gleichen Zeit, was fast nicht zu bewältigen war. Heute hat der Wandel vom Weinbau weg, andere Gründe. Die Genossenschaften bezahlen 4000€ pro Hektar, aber schon der Pflanzenschutz liegt bei 900€ pro Ha.
Saisonarbeiter sind wegen dem 15€ Mindestlohn zuzgl. Unterkunft und Verpflegung nicht mehr finanzierbar, so bleibt die Arbeit bei den Winzerfamilien hängen. Für den Arbeitseinsatz ist der Ertrag aber viel zu gering geworden. Denn der erzielte Preis für Wein ist seit fast 30 Jahren gleich geblieben, aber die Unkosten und Auflagen sind gestiegen.
Die heimischen Winzer können mit den internationalen Weinpreisen nicht mehr mithalten. Im Inland gelten westlich strengere nationale u. EU-Vorgaben (Pflanzenschutzmittel - Bericht/Kontrolle) für nachhaltigen und ökologischen Weinanbau, die die ausländischen Weine nicht erfüllen müssen.
Seit Kurzem müssen Winzer mit einem neuen Computerprogramm täglich angeben, wann sie Pflanzenschutz ausgeführt haben, was gerade ältere Winzer völlig überfordert und für sie nicht durchführbar ist.
Leider sieht der Verbraucher das nicht und schaut hauptsächlich auf den günstigen Preis.
Dabei leisten die Weinbaubetriebe auch einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft sowie zum Naturschutz (Traubenwickler - Bekämpfung - Pheromon-Falle). Die ehrenamtliche Böschung-Pflege ist eine weitere hohe Belastung für die Weinbauern. Ein Hektar nicht bewirtschaftete Fläche, zieht eine 10Hektar große, verwilderte und von Schädlingen heimgesuchte Fläche mit sich.
Die FU musste bei ihrem Besuch in Oberbergen und mit einer Planwagenfahrt durch wichtige Stationen in den Weinbergen erkennen, dass alles, was Martin Linser und ihr Vorstandsmitglied Christine Baumgartner, eine leidenschaftliche Nebenerwerbswinzerin seit Jahren beklagen, eine bittere Realität ist.
Wenn die jetzige Generation von Winzern stirbt, wird es keine neue Generation Winzer mehr geben. Wer pflegt dann die Kulturlandschaft?